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Audio-Interface für zwei Mikrofone: Auf das kommt’s an

Audio-Interface mit zwei angeschlossenen Podcast-Mikrofonen

Du suchst ein Audio-Interface für zwei Mikrofone, beispielsweise für einen Podcast oder ein Interview? Dann brauchst du ein Modell mit mindestens zwei Mikrofoneingängen. Doch die Anzahl der Anschlüsse allein reicht für die Auswahl nicht aus.

Je nach Mikrofon und Einsatzzweck solltest du auch auf die verfügbare Verstärkung, Phantomspannung und das Monitoring achten. Für einen Podcast mit zwei Personen kann zudem ein zweiter Kopfhörerausgang praktisch sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Achte auf zwei echte Mikrofoneingänge mit Mikrofonvorverstärkern – zwei Anschlüsse allein reichen nicht.
  • Für dynamische Mikrofone kann eine hohe verfügbare Verstärkung sinnvoll sein.
  • XLR-Kondensatormikrofone benötigen meistens 48-Volt-Phantomspannung.
  • Beide Mikrofone sollten als getrennte Eingangskanäle in der Aufnahmesoftware ankommen.
  • Für einen Podcast zu zweit sind zwei Kopfhörerausgänge praktisch, aber nicht zwingend erforderlich.

Was muss ein Audio-Interface für zwei Mikrofone können?

Wichtige Anschlüsse und Funktionen eines Audio-Interfaces für zwei Mikrofone

Wie du zwei Mikrofone grundsätzlich mit einem Computer verbindest, erklären wir Schritt für Schritt im Ratgeber Zwei Mikrofone gleichzeitig aufnehmen.

Beim Kauf eines Interfaces solltest du aber nicht nur darauf achten, dass in der Produktbeschreibung von «zwei Inputs» die Rede ist. Entscheidend ist, ob tatsächlich zwei Mikrofone angeschlossen und unabhängig verstärkt werden können.

Zwei Mikrofoneingänge statt nur zwei Inputs

Ein Audio-Interface kann beispielsweise zwei Eingänge besitzen, ohne dass beide für Mikrofone vorgesehen sind.

Für zwei XLR-Mikrofone brauchst du zwei Mikrofoneingänge mit jeweils einem Mikrofonvorverstärker. Häufig werden dafür kombinierte XLR-/Klinkenbuchsen verwendet, die je nach angeschlossenem Gerät Mikrofon-, Line- oder Instrumentensignale verarbeiten können.

Achte deshalb in den technischen Daten auf Begriffe wie Mic Input oder Mic Preamp – und nicht nur auf die Gesamtzahl der Eingänge.

Du bist noch nicht sicher, ob ein Audio-Interface überhaupt die richtige Lösung für dich ist? Unser Ratgeber USB- oder XLR-Mikrofon: Was passt zu deinem Setup? erklärt die Unterschiede der beiden Anschlussarten.

Genügend Gain für deine Mikrofone

Der Mikrofonvorverstärker hebt das schwache Signal des Mikrofons auf einen brauchbaren Aufnahmepegel an. Wie viel Verstärkung – also Gain – nötig ist, hängt unter anderem vom Mikrofon, deiner Stimme und dem Abstand zum Mikrofon ab.

Gerade manche dynamischen Mikrofone liefern ein vergleichsweise schwaches Ausgangssignal. Ein Interface mit ausreichend Verstärkungsreserve kann dann helfen, einen guten Pegel zu erreichen, ohne den Gain-Regler ständig am Maximum betreiben zu müssen.

Eine pauschale Mindestzahl in Dezibel gibt es deshalb nicht. Prüfe bei einem besonders leisen dynamischen Mikrofon die Empfehlungen des Mikrofonherstellers und die Gain-Angabe des Interfaces.

Mehr über die Unterschiede der Mikrofontypen erklären wir im Ratgeber Dynamisches oder Kondensatormikrofon?

Phantomspannung für Kondensatormikrofone

Viele XLR-Kondensatormikrofone benötigen 48-Volt-Phantomspannung. Ein geeignetes Audio-Interface kann diese Spannung direkt über das XLR-Kabel bereitstellen.

Bei modernen Interfaces gehört Phantomspannung meist zur Standardausstattung. Trotzdem lohnt sich ein Blick in die technischen Daten – insbesondere wenn du zwei Kondensatormikrofone gleichzeitig verwenden möchtest.

Dynamische Mikrofone benötigen normalerweise keine Phantomspannung.

Kopfhörer und Direct Monitoring

Während einer Podcast- oder Sprachaufnahme solltest du deine Stimme möglichst ohne störende Verzögerung hören können. Dafür bieten viele Interfaces Direct Monitoring: Das Eingangssignal wird direkt auf den Kopfhörerausgang geleitet, ohne zuerst durch die Aufnahmesoftware zu laufen.

Bei einem Podcast zu zweit sind zwei Kopfhörerausgänge komfortabler, weil beide Personen einen eigenen Kopfhörer anschliessen können. Besonders praktisch sind getrennte Lautstärkeregler.

Ein zweiter Kopfhörerausgang ist aber kein Muss. Bei einem Interface mit nur einem Ausgang kann bei Bedarf auch ein separater Kopfhörerverstärker verwendet werden.

Getrennte Tonspuren

Für zwei Personen sollte das Interface beide Mikrofone als separate Eingangskanäle an die Aufnahmesoftware übertragen. So kannst du beispielsweise konfigurieren:

  • Mikrofon 1 auf Spur 1
  • Mikrofon 2 auf Spur 2

Dadurch lassen sich Lautstärke, EQ und Störgeräusche später für jede Stimme separat bearbeiten.

Funktionen wie Loopback sind dagegen eher ein Bonus. Sie werden interessant, wenn du zusätzlich Audio vom Computer aufnehmen möchtest – beispielsweise einen Remote-Gast, Musik oder andere Programme.

Wie die Aufnahme und Zuordnung der einzelnen Mikrofone funktioniert, zeigen wir im Ratgeber Podcast auf getrennten Spuren aufnehmen.

Drei passende Audio-Interfaces für zwei Mikrofone

Du brauchst für zwei Mikrofone kein riesiges Studiointerface. Ein kompaktes Modell mit zwei Mikrofonvorverstärkern reicht in vielen Fällen aus.

Die drei folgenden Geräte setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte:

Focusrite Scarlett 2i2 4th Gen: der Allrounder

Das Scarlett 2i2 4th Gen ist interessant, wenn du nicht ausschliesslich Podcasts aufnimmst. Neben zwei Mikrofonen lassen sich die Eingänge auch für Line- oder Instrumentensignale verwenden.

Die beiden Mikrofonvorverstärker bieten bis zu 69 dB Gain. Dazu kommen Funktionen wie Auto Gain, Clip Safe, Direct Monitoring und Loopback.

Achtung: Das Scarlett 2i2 besitzt nur einen Kopfhörerausgang. Möchten beide Personen gleichzeitig mit Kopfhörern abhören, brauchst du eine zusätzliche Lösung.

Focusrite Vocaster Two: speziell für Podcasts

Das Focusrite Vocaster Two ist stärker auf Podcasts mit zwei Personen zugeschnitten.

Es besitzt zwei Mikrofoneingänge mit bis zu 70 dB Gain und zwei Kopfhörerausgänge. Dazu kommen unter anderem Auto Gain, Bluetooth, ein Kameraausgang und Loopback. Focusrite positioniert es ausdrücklich für Zwei-Personen-Podcasts und ähnliche Creator-Setups.

Dadurch brauchst du für zwei Personen weniger zusätzliche Hardware als bei einem klassischen Interface mit nur einem Kopfhöreranschluss.

SSL 2+ MKII: flexibel für Podcast und Studio

Das SSL 2+ MKII kombiniert zwei Mikrofonvorverstärker mit zwei unabhängig regelbaren Kopfhörerausgängen.

Die Vorverstärker bieten bis zu 64 dB Gain. Für beide Eingänge stehen unter anderem Phantomspannung und weitere Eingangsfunktionen zur Verfügung. Beide Kopfhörerausgänge lassen sich unabhängig regeln. Bei Bedarf kann die zweite Person sogar einen eigenen Kopfhörermix erhalten.

Damit eignet sich das Interface sowohl für Podcast-Aufnahmen als auch für Musik- und Creator-Workflows.

Audio-Interface vs. Podcast-Konsole

Geräte wie der RØDECaster Duo übernehmen ebenfalls die Aufgabe eines Audio-Interfaces, bieten zusätzlich aber Fader, interne Audiobearbeitung, Einspieler, Bluetooth und eine direkte Aufnahme ohne Computer. Für reine Zwei-Mikrofon-Aufnahmen ist das oft mehr Technik als nötig. Wenn du regelmässig Podcasts produzierst und möglichst viele Funktionen zentral steuern möchtest, kann eine solche Produktionskonsole sinnvoller sein.

Welches Audio-Interface passt zu dir?

Du möchtest ein vielseitiges Interface für Sprache und Musik?

Dann ist ein klassisches Zwei-Kanal-Interface wie das Scarlett 2i2 eine gute Ausgangslage. Beachte lediglich den einzelnen Kopfhörerausgang.

Du möchtest hauptsächlich zu zweit podcasten?

Dann ist ein Interface mit zwei Mikrofon- und zwei Kopfhöreranschlüssen besonders praktisch. Das Vocaster Two ist genau auf diesen Anwendungsfall ausgelegt.

Du möchtest Podcast und klassische Audioproduktion kombinieren?

Dann bietet das SSL 2+ MKII mit zwei unabhängigen Kopfhörerausgängen und zusätzlichen Studiofunktionen mehr Flexibilität.


Suchst du nicht nur ein Interface, sondern ein komplettes Setup aus Mikrofonen, Kopfhörern und Aufnahmegerät, findest du in unserer Kaufberatung Podcast-Setup für zwei Personen drei fertige Varianten.

Häufige Fragen zu Audio-Interface für zwei Mikrofone

Reicht ein Audio-Interface mit zwei Eingängen für zwei Mikrofone?

Nur wenn beide Eingänge Mikrofoneingänge mit eigenen Vorverstärkern sind. Die Angabe „2 Inputs“ allein bedeutet nicht zwingend, dass du zwei Mikrofone anschliessen kannst.

Wie viel Gain braucht ein Audio-Interface?

Das hängt vom verwendeten Mikrofon, deiner Stimme und dem Aufnahmeabstand ab. Besonders leise dynamische Mikrofone benötigen mehr Verstärkung als viele Kondensatormikrofone. Prüfe deshalb die Angaben von Mikrofon- und Interface-Hersteller statt nur auf eine bestimmte Gain-Zahl zu achten.

Brauche ich zwei Kopfhörerausgänge?

Nicht zwingend. Für einen Podcast mit zwei Personen sind zwei getrennte Kopfhörerausgänge aber komfortabler, insbesondere wenn beide ihre Lautstärke individuell einstellen können sollen.

Kann ich zwei Mikrofone auf getrennten Spuren aufnehmen?

Ja, wenn das Interface beide Mikrofone als separate Eingangskanäle an die Aufnahmesoftware überträgt. Bei klassischen Zwei-Kanal-Audio-Interfaces ist das normalerweise vorgesehen.

Brauchen dynamische Mikrofone Phantomspannung?

In der Regel nicht. 48-Volt-Phantomspannung wird vor allem für viele XLR-Kondensatormikrofone benötigt.

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Fazit

Für zwei XLR-Mikrofone brauchst du vor allem zwei Mikrofoneingänge mit eigenen Vorverstärkern. Für die meisten Setups reicht damit bereits ein kompaktes Zwei-Kanal-Audio-Interface.

Welche Zusatzfunktionen sinnvoll sind, hängt vom Einsatz ab. Für Podcasts mit zwei Personen sind zwei Kopfhörerausgänge besonders praktisch. Bei anspruchsvolleren dynamischen Mikrofonen solltest du zudem auf ausreichend Gain achten.

Entscheidend ist deshalb nicht, welches Interface die längste Ausstattungsliste besitzt, sondern ob Mikrofoneingänge, Monitoring und Funktionen zu deinem konkreten Setup passen.

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